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26 August 2002

Junge Bands aktiv nach Glarner Bandcontest

Datum: Montag, 26. August 2002
Ressort: Region
Die Südostschweiz – Ausgabe Glarus

«So etwas wollen wir wieder»

Am Openair in Näfels war der Garten des Freulerpalastes in der Hand der Jugend

Es war im Jubiläumsjahr schon unglaublich viel los im Freulergarten in Näfels, aber das gab es noch nie: ein richtiges Fest für die Jungen. Der Sound der vier einheimischen Bands Angel Spirit, Spring, Forgotten und Nice lockte die Fans in Scharen an und sorgte für heisse Stimmung am Openair.


  • VON FRIDOLIN ELMER

    Wo sich vor 350 Jahren junge Männer für ihre Dienste in fremde Lande anwerben und vorbereiten liessen, hatten am Samstag ein gutes Dutzend jugendliche Glarner ganz andere Pläne: Statt mit Schwertern, Lanzen oder Hellebarden ging man mit Gitarren und lauten Rock-Klängen auf Eroberungszug. Im Visier hatten die Jungs das einheimische Publikum. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Der Feldzug darf als voll gelungen betrach- tet werden. Die musikbegeisterten Schlachtenbummler - vorab Jugendliche, durchmischt mit stolzen Eltern und noch stolzeren Grosseltern der Helden auf der Bühne - gaben sich schnell geschlagen. Widerstandslos, aber mit Genuss und Spass, gaben sie sich den Klängen, Stimmungen und Sounds der jungen Glarner Rocker hin.

    «Schorsch» fehlte
    Nur ein einziger machte nicht ganz mit am Samstagabend: Petrus sorgte mit seinen gewitterlichen Regengüssen dafür, dass die Rockfans, welche den Sound lieber im Freien genossen, ab und zu wieder ins Zelt flüchten mussten. Auch Vater Föhn und Fridolina konnten den Wettergott offensichtlich nicht umstimmen, vielleicht weil an diesem Abend «Schorsch» Müller fehlte. Doch dass aus dem Openair mehr oder weniger ein Indoor wurde, war auch gleich der einzige Wermutstropfen, denn sonst stimmte an diesem lauen Sommerabend in Näfels einfach alles.
    Dass für die Rock'n-Roll-Party keine Superstars eingeflogen wurden, bewies sich am Samstag als Glücksfall. Der Anlass hatte den Charme und die Intimsphäre einer riesigen Party unter Freunden, man kannte sich oder lernte sich eben an diesem Abend kennen. Was im Freulergarten musikalisch geboten wurde, war durchwegs auf beeindruckendem Niveau. Natürlich ist der Stand der vier Gruppen unterschiedlich, schliesslich sind auch noch nicht alle gleich lang im Geschäft.

    Mit innerem Feuer und Können
    Bereits der Auftritt der ersten der vier Bands, Angel Spirit, deutete an, dass der Abend zu einem Erfolg wird. Mit innerem Feuer und einigem an Können wurde subito hart gerockt, sodass die vielen Fans eben genau so subito kaum zu mehr halten waren. Dann hatte Spring ihren grossen Auftritt. Dass die junge Band am diesjährigen Glarner Bandcontest nicht von ungefähr zweite wurde, bewies sie bei ihrem Gig in Näfels eindrücklich. Spring sprühte vor Spielfreude und mit eindrücklicher Leichtigkeit gewannen sie die Herzen der jungen Rock-Fans.
    Auch als Forgotten die Bühne betrat, zündete der Funke sofort und sprang auf das Publikum über. Ihr Sound wird immer geschliffener, man merkt, dass da ein eingespieltes Team mit Freude und Eifer zur Sache geht. In bester Manier - das heisst, fast professionell - wurde nicht nur gerockt, sondern auch mit dem Publikum «geschäkert».

    Bon Jovi oder wer?
    Nice, die nebst eigenen Kompositionen auch Covers exzellent und überzeugend zum Besten gibt, brachte endgültig Feuer ins Dach. Man musste oft zweimal nach vorne schauen, um sich zu vergewissern, ob da jetzt tatsächlich ein Märchy oder nicht doch der leibhafte Bon Jovi auf der Bühne steht.
    Der Freulergarten - das Zentrum von Näfels sozusagen - war also für einmal voll in der Hand der jungen Glarner Rock-Fans. Wer hätte das bis vor kurzem gedacht, oder zu träumen gewagt? Wie man sieht: Die 650-Jahr-Feier hat einiges und einige bewegt in Näfels. Und der Tenor unter den Jungen war nach der Party einstimmig: «So etwas wollen wir wieder.»
  • 06 Juni 2002

    Jugendbands rockten und rappten im Holästei

    Pressebericht, FRIDOLIN, 6. Juni 2002

    2. Glarner Band Contest:

    Jugendbands rockten und rappten im Holästei

    Am Samstagnachmittag zeigten neun Glarner Nachwuchsbands am 2. Glarner Band Contest, was sie bereits draufhaben. Der gesamte Anlass war rege besucht und das gebotene Programm der jungen Bands wurde von den zahlreichen Besuchern im zeitweise prall gefüllten Saal tatkräftig mit Applaus unterstützt.

    Viele der Bands brachten ihre Fans mit, die teils beim Auftritt ihrer "Stars" ausflippten und so die jungen Musiker anfeuerten. Jede Band nutzte die Möglichkeit, sich Jurieren zu lassen, und jeder Teilnehmer bekam nach dem Auftritt ein Feedback der Jury. Die Jury u.a. mit Claudia Brügger (Glarner Kantonalbank), Pankraz Freitag (Regierungsrat), Markus Dubs (Migros Kulturprozent), sowie die Glarner Musiker Jean Louis Heinzer, Randy Müller und Gabi Schiltknecht bewertete jede Band nach dem musikalischen Gesamteindruck, der Bühnenpräsenz und der Originalität.

    SPREAD - die Winnerband
    Als Gewinnerband stand am Abend die Nachwuchsband SPREAD fest. Die vier Jungs mit Martin Rhyner (Drums), Robin Fuentes (E-Gitarre), Antonio Fuentes (Vocals) und Andreas Gabathuler (E-Bass) überzeugten die fünf Juroren mit ihrem Punk-Rock-Auftritt. Als Gewinner des 2. Glarner Band Contest wird die Band im Rahmen der 650-Jahr-Feier des Kantons am kommenden Samstag am Openair-Konzert auf dem Rathausplatz Glarus zu hören sein. Auf dem zweiten Platz wurden gleich 2 Bands ermittelt: die Progressive-Art-Rock-Band FORGOTTEN (die Gewinner des letztjährigen Contests) sowie die Rockband SPRING, welche das erste Mal an einem Contest teilnahm. Einen Verlierer gab es indessen nicht, denn alle anderen Bands waren nur dadurch schon Gewinner, dass sie am Band Contest mitmachten und den anwesenden Zuhörern einen Einblick darüber gaben, was in ihren jugendlichen Übungsräumen trainiert und musiziert wird. Eine besondere Anerkennung der Jury erhielt die jüngste Rap-Band P.M.C. (alle zwölfjährig), welche mit ihrem unbefangenen Auftritt nicht nur die Sympathie der Jury, sondern des gesamten Publikums gewann.

    Hauptkonzert mit POSH
    Mit dem Hauptkonzert der Ostschweizer Pop-Rock-Band POSH zeigte die Newcomerband 2000 den Glarner Zuhörern, was am diesjährigen Contest nicht zu sehen und hören war: eine weibliche Stimme. Die Frontfrau Martina Dieziger aus St. Gallen zeigte,dass sie mit ihrer kräftigen Stimme die Modulationen der modernen amerikanischen und kanadischen Rockfrauen intus hat.
    Für den reibungslosen musikalischen Ablauf mit allen neun Bands sorgte die MODERN MUSIC SCHOOL mit ihren technischen Helfern, welche jeder Band sofort zur Seite standen und den Jugendlichen beim Umbau halfen. Das Migros Kulturprozent sponserte ein reichhaltiges Früchtebuffet und Sandwiches, was von den Besuchern sehr geschätzt wurde, und die Glarner Kantonalbank sorgte mit ihrem Team an der Bar für das Wohl aller Anwesenden. Gesamthaft gesehen ein speziell gelungener Anlass, welcher von einer ungezwungenen und fröhlichen Stimmung geprägt war.
    "Raus aus dem Übungsraum - rauf auf die Bühne" wird es auch im nächsten Jahr für Glarner Jugendbands heissen. Man kann nach diesem erfolgreichen Glarner Band Contest gespannt darauf sein, was die jungen Glarner Nachwuchsbands im nächsten Jahr alles bieten werden. An Kreativität, Feeling und Power fehlt es bei den Glarner Nachwuchsbands keineswegs.

    16 Juni 1998

    Bahnhoffestival 1998 Glarus

    Pressemitteilung: 16. Juni 1998, Die Südostschweiz/Glarner Nachrichten, Seite 2:

    Bis zur Neige genossen

    Das Bahnhofsfest vom vergangenen Samstag im Dachstockatelier von Barbara Streiff und ihren Bekannten, hatte eine eigentümliche Fröhlichkeit und zeigte auf ganz verschiedenen Ebenen, dass Kreativität etwas ist, was jeder und jede machen kann.
    * von Fridolin Jakober

    Feste haben ihre eigene Dynamik und ihren eigenen Charakter, einige beginnen besinnlich und enden schweinisch, andere sind steif und bleiben steif, und manche steigen langsam an, wachsen, werden bis zur Neige genossen. Das Behnhoffest gehörte zu denen, die bis zur Neige genossen wurden.
    Der Nachmittag gehörte den Kindern. Zusammen mit den Malerinnen Anne Vogt und Barbara Streiff wurden die Strasse mit Kreide und tibetische Gebetsfähnchen mit Druckfarbe bemalt. Manches davon blieb an Hosen und Händen kleben, einiges fand seinen Weg auf den Untergrund und blieb dort, bis zum ersten sonntäglichen Regenguss. Die anschliessende Tauschbörse fand wenig Anklang, obwohl es echte Keiligenstatuen und Zinnbüchsen, Holzski und Kleider aus den siebziger Jahren einzuhandeln gegeben hätte.
    Die Brücke zwischen ganz jung und immer noch jung machte Elfi Largo mit ihrem Theater für alle im nahen Volksgarten.

    Jam Session - aus Tradition gut

    Nach dem Nachtessenbuffet, welches als Tupperware-Party angelegt war, legten elf verschiedene junge Glarner Bands mit Rock-Musik los. Zu diesem Zeitpunkt war der Raum von Menschen und Schlagzeug ausgefüllt, was bis in die frühen Morgenstunden so blieb.
    Martin Nesnidal von der MODERN MUSIC SCHOOL, Glarus, hatte aus 20 Bands, welche sich angemeldet hatten, ein Konzertprogramm zusammengestellt, dessen Höhepunkte von HardcoreTrash und Death Metal über Punk und Pop-Rock bis zu Funk und Reggae gingen. Und sowohl die jungen Näfelser Jungs von Forgotten wie auch die erfahreren Hardcore-Knechte von Nice sorgten bereits zu Beginn für Stimmung.
    Natürlich war der Sound nicht bei allen beteiligten Gruppen gleich kompakt und ausgefeilt, schliesslich spielten alle auf der gleichen Soundanlage und mussten sich dementsprechend schnell auf Neues einstellen, was auch zu kleineren technischen Pannen führte. Aber dafür gab die Enge des hölzernen Dachstockes eine fast vergeistigte Atmosphäre, die dem Genuss der Rockmusik zugute kam.
    Am Schluss des Abends gaben auch Martin Nesnida, Dennis Russ und Walter Keiser, alle drei Musiklehrer, zusammen mit professionelleren Grüssen der hiesigen jungen Rockszene wie Peter Brandenberger, Christian Wettstein, Andy Hurter und Massimo Castaldi ihr Können preis, was die Sache auf eine sehr positive Art krönte.
    Doch scheint Rockmusik hier wirklich noch so etwas sie eine Männerdomäne zu sein, denn von den etwa 44 Mitwirkenden waren gerade zwei Frauen, die Sängerinnen Gabriela Colutto und Milena Michelangelo. Für nächstes Mal müssen also die Girl-Bands in die Hosen.
    Zuerst allerdings warfen sich die meisten ins Pyjama und eine fremde oder heimische Koje. Und einige sollen, unbestätigten Gerüchten zufolge, in diesem Aufzug anderntags den Frühstückstisch im "Glarnerhof" unsicher gemacht haben.
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    Programm:
    MUSIC JAM SESSION: Beginn 21.00 Uhr

    1. noName (Pop)
    Salvatore Carrubba (kb), Ivan Prizio (voc)

    2. FORGOTTEN (Heevy-Hardrock)
    Claudio Landolt (git), Roger Schuler (dr), Markus Hess (voc), Pascal Keller (b), Thomas Hegner (kb)

    3. TOPSY TURNY (Punk-Hardcore)
    Reto Züger (git), Daniel Hefti (b), Roman Gassner (dr), Andreas Biehler (git)

    4. NICE (Hardcore)
    Roman Märchy (git/voc), Reto Märchy (dr), Tommaso de Paolo (kb), Mike Hess (b), Tristan Huber (git)

    5. HEADLESS 
    Martin Stähli (git), Bruno Steiner (git), Roger Keller (b), Christoph Fehr (dr), Fritz Dürst (voc)

    6. RIVENDELL (Hardcore)
    Milena Michelangelo (voc), Marco Zingg (git/voc), Ruedi Kubli (b), Steffan Boss (dr)

    7. KERZ (Hardcore)
    Massimo Castaldi (Git/Voc), Gianpiero Castaldi (git/voc), Toni Fiore (dr)

    8. SLANG (Pop-Rock)
    Roger Gallati (git/b/voc), Stefan Gallati (kb), Daniel Jud (git/b/voc), Max Bachmann (git/b), Daniel Raster (dr)

    9. 6th ELEMENT
    Thomas Knöpfel (dr), Nicola Lacorcia (dr), Andres Argibal (voc), Adriano Manfré (b), Peter Brandenberger (git), Thomas Strub (git)

    10. BLUES SESSION
    Peter Brandenberger (git/voc), Martin Nesnidal (git), Walter Keiser (dr). Denis Russ (kb), Christian Wettstein (b)

    11. SESSION BAND (Rock-Reggae-Funk)
    Gabriela Colutto (voc), Massimo Castaldi, (voc/git), Christian Wettstein (b), Andy Hurter (dr),
    Martin Nesnidal (git), Denis Russ (kb)

    Rückblick auf das Bahnhoffestival 1998

    Das Bahnhofestival 1998 in Glarus gehört rückblickend zu jenen Veranstaltungen, die viel über die frühe Aufbauzeit der späteren Modern Music School erzählen.

    Martin Nesnidal organisierte damals sämtliche Bands und stellte das musikalische Programm des Festivals zusammen.

    Viele der beteiligten Musikerinnen und Musiker waren damals Schülerinnen und Schüler der Musikschule.

    Oft entstanden gerade durch solche Konzertauftritte neue Freundschaften, musikalische Projekte oder sogar neue Bands.

    Den Abschluss bildeten die Blues-Session-Band mit Walter Keiser und Martin Nesnidal mit einer spontan zusammengestellte JamSession-Band aus Schülerinnen, Schülern und Musikerfreunden.